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Bericht von der 2. Weintour per Hausboot Südfrankreich

Eine Reise für Geniesser per Hausboot auf dem Canal du Midi Richtung Camargue/Mittelmeer mit Weinproben und Gastronomischen Ausflügen lockte wieder eine kleine Gruppe im Juni nach Südfrankreich. Hier ein Bericht, auch als Anregung für unsere individuellen Hausboot-Kunden.

Dass KH+P nicht nur besondere Erlebnisreisen auf Yachten, sondern auch auf Hausbooten organisiert, ist inzwischen durch den Film unserer ersten Wein- und Gastrotour auf dem Canal du Midi in der TV-Sendung "Fernweh" bereits Einigen bekannt geworden.

Dieses Mal starteten wir wieder in der Nähe von Carcassonne (Hombs), aber in umgekehrter Richtung die Strecke "abwärts" Richtung Mittelmeer und Camargue. Mit den komfortablen Flaggschiffen unseres Partners "France Passion Plaisance", zwei großen "Tarpon 49" von 15 Metern Länge mit je 5 Kabinen waren diesmal insgesamt 15 Teilnehmer unter der Leitung von Hartmut Holtmann und André Bélard als landeskundigem Weinspezialisten (studierter Önologe und Produktionsleiter in einem Weingut im Wallis) dabei. Bilder von dieser Hausboot-Tour finden Sie in unserer Fotogalerie auf Facebook.

Der größte Teil der Gruppe nutzte die Gelegenheit, vor dem Beginn des eigentlichen Törns noch die mittelalterliche Festungsstadt von Carcassonne einen Tag lang zu entdecken, um dann am Samstag, dem 11.6. im kleinen Örtchen Hombs die beiden Schiffe zu übernehmen.

Schon gleich am ersten Abend verwöhnte ein besonderes Menü mit Weinen der Region (Argens-Minervois) die Gäste bei einem Welcome-Dinner im "En bonne Compagnie" direkt am Canal du Midi.

Der Sonntag begann nach dem Frühstück auf den "Decksterrassen" der beiden Schiffe bei schönstem Sonnenschein dann bereits am späten Vormittag mit einer speziellen Weinprobe und "Initiation" in der Capitainerie Hombs, einem von den Weinbauern der Gegend sehr schön restaurierten und gestalteten Weinladen mit Ausschank- und Probierbereich. Hier gabs es nicht nur eine interessante Erläuterung an der Karte der Region über die verschiedenen Rebsorten und Weinqualitäten, sondern nach der "trockenen" Theorie auch danach eine Einführung, wie man Weine testet und verkostet anhand praktischer und sehr gut schmeckender "Übungen" anhand besonderer ausgesuchter Weine.

Danach gings es Richtung Südosten durch die ersten Schleusen, die Teilnehmer durften erste Erfahrungen im Steuern und Schleusen dieser doch recht großen Schiffe machen, die auch führerscheinfrei vergeben werden. Trotz Bugstrahlruder ist es aber doch entspannend, wenn ein etwas erfahrener Schiffsführer oder Segler an Bord ist und nicht nur absolute Neueinsteiger, zumal bei einer Schiffslänge von 15m und einer Kanalbreite von 16m z.B. Wendemanöver durchaus etwas anspruchsvoll sein können. Nach und nach gewannen aber auch andere Mitfahrer Vertrauen und Erfahrung in die Führung dieser schwimmenden Ferienappartements, während andere die Liegestühle auf Deck bevorzugten.

Bereits der erste Tagesabschnitt war sehr abwechslungs- und eindrucksreich: die "Platanen-Alleen" des Kanals, die Schleusen mit den alten Schleusenhäuschen, jungen freundlichen Schleusenwärtern und -wärterinnen, freundliche winkende Radfahrer und Wanderer auf den seitlichen Treidelpfaden, enge malerische Rundbrücken, die Zielgenauigkeit des Schiffsführers und rechtzeitiges Einziehen von Köpfen, Sonnenschirmen und teils Decksstühlen erforderten, das Ausweichen gegenüber Entenfamilien auf dem Wasser und tiefhängenden Ästen von oben, die die Gläser mit dem guten Wein auf dem "Terrassentisch" gefährdeten uvm.

Nicht zuletzt spannend auch die am Kanalrand an stillen Stellen für kürzere Zeiten oder Ewigkeiten geparkten Schiffe aller Art: Segelyachten mit gelegtem Mast, die auf dem Weg ins Mittelmeer hier offenbar Pausen von einigen Monaten bis zu mehreren Jahren verbringen und alle anderen möglichen Formen von Wasserfahrzeugen und schwimmenden Behausungen in den unterschiedlichsten Stadien, bewohnt oder verlassen, schwimmend oder halb abgetaucht.... Bei bestimmten Orten und Häfen gehäufter, sonst nur vereinzelt an verschwiegenen Stellen des Kanals. Man könnte sicherlich ein Buch über die Schicksale dieser Boote und Menschen schreiben.... Ein paar Beispielfotos hier weiter unten.

Der Halt für den ersten Abend, das kleine malerische Dörfchen Le Somail, war schon stark belegt, aber am Hafenausgang finden wir dann doch noch zwei sehr schöne, ruhige Plätze unter Bäumen. Mit zwei kräftigen "Bootsheringen" und einem großen Metallhammer schaffen wir im Ufergras einen ausreichenden Halt für unsere Landleinen.

In Capestang, ein ebenfalls sehr nettes südfranzösisches Dorf und ansprechender Hafenzone, besuchen wir einen "Garagen-Winzer", um das breite Spektrum des Weinbaus der Gegend kennenzulernen. Diese engagierten "Klein-Winzer" produzieren oft sehr interessante Weine, und die Weinprobe im Garten des Hauses durch den Winzer und seine junge Frau ist sehr persönlich, engagiert und auch die Weine gefallen, sodass sich die Weinvorräte auf den Booten weiter vergrößern.

Nach einem kleinen Tunnel folgt kurz vor Beziers die Schleusentreppe von Fonserannes mit 7 Schleusenstufen, die nur abwechselnd in bestimmten Stunden tal- oder bergwärts befahren werden können. Leider hatten wir eine falsche Auskunft an der Basis erhalten, die letzte Talfahrt startet schon um 15.30h und so kommen wir nicht bis zum Stadthafen von Beziers sondern übernachten oberhalb der Schleusen, was aber deutlich ruhiger, schöner und auch sicherer ist, als die Gegend hinter dem Bahnhof der Stadt. Mit Taxis erkunden wir die interessante Stadt, die aber am Pfingstmontag leider auch gastronomisch recht "ausgestorben" wirkte.

Sehr abwechslungsreich ist die Weiterfahrt, nach der Schiffsbrücke über den Fluß Orb und der Stadt beginnen der Kanal und die Landschaft langsam zu wechseln, man merkt, dass man dem Mittelmeer näher kommt. Der Baumbestand verändert sich, der Blick weitet sich und schließlich erblickt man auch bereits das Meer und die "Etangs". Kleine alte Örtchen, wie Portiragnes laden zu Zwischenstopps ein. Unser Ziel Vias haben wir am frühen Nachmittag erreicht. Die Anlegestelle, die wir wegen Strom- und Wasserbedarfs dringlich erwartet haben, erweist sich als sehr klein und schlicht, 2 oder 3 etwas windschiefe Strom- und Wasserkästen im Gras in freier Landschaft, aber immerhin... Nach einer weiteren Weinprobe in einem historischen Chateau (Preignes le Vieux) mit langer Geschichte bis zu den Römern radeln wir die 1500 Meter bis zum Meer. Vias Plage, eine moderne recht touristische Ansiedlung ist der volle Kontrast zu dem bisher Erlebten. Dennoch speisen wir erstaunlich gut.

Auch der nächste Tages-Abschnitt bietet viel Neues und Interessantes: die "Flusskreuzung" mit dem Libron, die Rundschleuse von Agde und dann führt uns der Kanal plötzlich auf den Etang de Thau, einer über 20 km langen Lagune mit vielen Muschelbänken für die Austernzucht. Zum Glück herrschen weniger als 3 Windstärken (über 3 Bft ist die Querung nicht erlaubt) und wir erlauben uns noch einen Mittagsstopp in dem netten Fischerörtchen Bouzigues, dessen kleiner Hafen den Schiffsführern der beiden 15-m-Boote einige Fertigkeiten abverlangt, um in die letzten beiden Lücken im Innenbereich hineinzumanövrieren. Ein ausgesprochen gutes Mittagessen ist die Belohnung! Direkt hinter den Schiffen hat die Gemeinde eine Badeplattform errichtet mit Leitern und Süsswasserdusche, die von der Dorfjugend, aber auch unseren Teilnehmern an diesem heißen Tag rege in Anspruch genommen wird.

Am Abend 19:15h öffnen dann die beiden Hebe-Brücken zum Hafen von Sête, nachdem man verschiedene Kardinaltonnen und Fischernetze passiert hat. Das Anlegemanöver wird wegen starker Böen etwas spannend, aber schließlich liegen beide Schiffe gut vertäut mit vielen Leinen und Springs zwischen einigen Segelyachten fest. Leider kommt der Hafenmeister (aus dem Seehafen) hier offenbar nur vormittags vorbei, aber Wasser gibt es, nur keinen Schlüssel für die Stegtore, so muß ein wenig geklettert oder die Hilfe der anderen Hafenlieger in Anspruch genommen werden. Da die Brücken am nächsten Morgen nur einmal öffnen, können wir allerdings auch nicht auf den Hafenmeister zum Kassieren der Gebühren warten.

Eine kurze wieder ganz andere Kanalstrecke führt uns dann zum Städtchen Frontignan, in dessen altem und schönen Stadtkern vormittags ein interessanter Markt abgehalten wird, auf dem wir uns für unseren geplanten Grillabend in der Natur versorgen können.

Die Hub-Brücke von Frontignan öffnet nur 2x am Tag, außer morgens derzeit um 8:30 Uhr nochmals nachmittags um derzeit 16:00 Uhr. Das reicht für eine weitere interessante Weinprobe, diesmal in einem kleineren Familien-Weingut, das sich auf die Produktion sehr unterschiedlicher Weine aus der Muskattraube spezialisiert hat.

Durch die wenigen, kurzen Öffnungszeiten der Brücke ist die Reihe der Boote entsprechend lang und wir fahren zum ersten Mal in einer Art Konvoi weiter zwischen Meer und Etangs. Eine Gruppe Flamingos fliegt an uns vorbei und jetzt kommen wir in die Naturschutzgebiete, wo verschiedenste Vogelarten nisten. Zwischen Les Aresquiers und dem Kloster von Maguelone finden wir mitten auf freier Strecke die Stelle, wo man durch Dünen und Lagunen zu Fuß in ein paar Minuten das Meer erreicht mit einem traumhaften, von unzähligen Muscheln dekorierten Strand. Das ist unser Platz für ein tolles Grillessen auf den "Bootsterrassen" beider Schiffe, die wir gegeneinander "geparkt" haben, sodass Terrasse and Terrasse grenzt. Hier sind wir nun ganz allein in der Natur. Der im Tisch eingebaute Gasgrill besteht seinen Test, einige Doraden, Lammkoteletts und südfranzösische Würste, eine Auswahl der bisher erbeuteten Weine und frische Vorspeisen und Beilagen vom Markt samt schmackhafter Käsesorten tragen zu einem wunderschönen Abend in der Abendstimmung am Meer bei.

Aufgrund der guten Weine und des schönen Abends erlauben wir uns am nächsten Morgen ein etwas späteres Frühstück und ein individuelles Programm (Baden, Radtour zum Kloster oder zu den Flamingos, durch die Dünen streifen...), bevor es am Nachmittag dann zu unserem Zielort Carnon (südlich von Montpellier) weitergeht. Ein spannendes Überholmanöver mit einem überlangen Frachtschiff bringt noch etwas weitere Abwechslung, aber dann sind wir in der Basis von France Passion Plaisance eingetroffen und unsere Tour ist fast zu Ende. Am Abend gibt es eine letzte Weinprobe mit Weinen aus dem Weingut von André Bélard an Deck für die Teilnehmer vor einem sehr schönen Abschlußessen mit vielfältigen südfranzösischen Vorspeisen, einer großen Fischplatte und natürlich Desserts und Weinen, bevor wir mit einem "Absacker" an Deck den Törn ausklingen lassen.

Die Rückgabe ist rasch und unkompliziert, einige haben sich ihren PKW nach Carnon transferieren lassen, andere müssen zum 4 km nahen Airport von Montpellier und andere haben noch das Glück, ein wenig die Camargue geniessen zu dürfen.

Insgesamt ist diese Tour aus unserer Sicht ganz besonders abwechslungs- und erlebnisreich und kann so oder in ähnlicher Form für alle Hausboot-Interessierten unbedingt empfohlen werden. Gern geben wir weitere Details, Tipps und Kontakte weiter an unsere Hausboot-Kunden.

Weitere Bilder werden in Facebook in den nächsten Tagen veröffentlicht und auf unseren nächsten Seglertreffs in Stuttgart, Ulm und am Bodensee gezeigt.
Wer sich generell für Hausboote Miete in Südfrankreich oder in den anderen deutschen und europäischen Kanälen, Flüssen und Binnengewässer interessiert, findet hier einen Überblick über viele Angebote, weitere Details und Preise!